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Federated Communication

Bei LinkedIn habe ich mir noch im abgelaufenen Jahr Gedanken zum Thema Federated Communication gemacht. Hintergrund des Post ist die Tatsache, dass Twitter gerade Nutzer an Mastodon verliert und das sogenannte Fediverse damit zunehmendes Aufmerksamkeit bekommt. Was meiner Ansicht nach eine Mode ist, wenn auch eine Notwendige.

LinkedIn Post

Unpopular Opinion: the #fediverse will not arrive in 2023.

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It has always been there. And it already plays a central and critical role. Email and Telephone are both federated systems that already carry the #customerexperience of any Sales-, Service- or e-Commerce solution.

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Despite Customer Identity Access Management Systems (#CIAM) trying to streamline the user experience, imagine the power of access to these two factors. The fediverse made it to the top of tech news only because the entire Twitter disaster around the acquisition by Elon Musk and the following user flight to #mastodon

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Now that it’s the end of the year, let me als try and make a few predictions for #techtrends and #communication in particular.

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The fediverse is here to stay, not only with the advent of Mastodon. It will stay in shape of Email and @Microsoft – among others – will leverage the need for federated communication in their product strategy. #OneOutlook comes to mind immediatel

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Mastodon as a Twitter alternative will continue to grow. #Mastodon gGmbH, the company behind the product will be able to secure more funding, while maintaining the nonprofit status. #Activitypub, the protocol that powers the social web will mature and find more adoption in other products, eventually even finding its way into enterprise. You can already follow me there at https://lnkd.in/ej9PxGxf

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Federated communication outside of social and email will undergo corporate reconsideration. Slack and Teams are great, and see huge adoption. Users made their choice, and decision-makers will reconsider their dependency on gatekeeping products. Open Protocols like #matrix will attract attention and see more adoption. You can already reach me there at @andreas:pramari.de

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Enterprise IT will become more critical towards data ownership and understand the power of ownership in the cloud. Vendors will make more offers to satisfy this wish. Still on the cloud – but controlled individually.

Now prove me wrong in the comments

Notwendigkeit für Federated Communication

Nun lässt mich das Konzept auch beruflich nicht los. Das Internet ist in seinen Konzepten dezentralisiert. Alleine der ökonomische Druck hat die Cloud erfolgreich gemacht. Produktmanagement macht seine Arbeit und macht es Kunden zwar einfach ein Produkt zu benutzen. Aber – im Rahmen der regulativen Möglichkeiten – auch sehr schwer seine Daten zu nehmen und zu einem Mitbewerber zu wechseln.

Das ist eine nachvollziehbare Entwicklung. Warum soll ein Unternehmen Funktionen anbieten, für die ein Kunde ohnehin nicht bezahlt. Und darüber hinaus auch nur dem Mitbewerb einen Anreiz gibt. Es ist dagegen kommerziell sehr attraktiv, eine Platform zur Verfügung zu stellen. In der Schlüsselposition zwischen vielen Anbietern und Benutzern ist ein Softwareprodukt sehr wertvoll. Der Softwarehersteller bzw. Betreiber kann diese Marktposition in Form von Preisgestaltung ausschöpfen.

Die Wirkung dieser Strategie hat sich über Jahre hinweg entfalten können und die Abhängigkeit ist auch lange nicht spürbar. Erst wenn eine Software oder ein Angebot sich in eine andere Richtung entwickelt. Schließlich ist Software nie fertig, gerade in der Cloud sind Herstellerversprechen oft sehr schnelllebig. Und selbst wenn der Druck zu Anfang noch gering ist, gemessen am potentiellen Schmerz eines Migrationsprojektes. Die gefühlte Nachrichtenlage zeugt davon, dass Herstellerabhängigkeit bei Benutzern, aber besonders in Unternehmen zunehmend kritisch gesehen wird.

Moving beyond Big Tech gatekeepers

Die Gatekeeper Rolle, in die Big Tech sich selbst und mit voller Absicht manövriert hat, wird Kunden von Big Tech bewusst. Spätestens mit der Tragödie um den Nachrichtendienst Twitter nach der Übernahme durch US Milliardär Elon Musk werden Nachteile zentraler Dienste auch der breiten Öffentlichkeit bewusst.

Die Blockade von Donald Trump ist zurückgenommen, dafür werden Journalisten geblockt. Spam nimmt stark zu. Für 8$ kann (oder konnte?) man eine “Verification” kaufen, die vorher nur einem ausgewählten Benutzerkreis vorbehalten war. Die Konsequenz: Internettrolle geben sich als Pharmaunternehmen oder Tesla aus. Die Reaktion des Unternehmens unter Leitung des neuen CEO: Sperrung aller Satire-Accounts. Und das sind nur die oberflächlichen Auswirkungen. Das war Twitterbenutzer sofort erfahren.

eMail ist und war dagegen immer schon in den Händen der Admins. Natürlich ist es Microsoft Exchange, das den Markt für eMail Software dominiert. Google hat mit Gmail schon 2004 einen äußerst erfolgreichen Versuch gestartet, die Funktion in die Cloud zu verschieben. Und – jedenfalls in Ansätzen – durch die Breite B2C Kundschaft die Hoheit über die Technologie zu erlangen. Microsoft folgt diesem Modell mit einem Enterprise Angebot in Form von Microsoft365, das alle Funktionen, insbesondere auch Mail, gehosted anbietet. Der Trend von Unternehmen sich mit Ihrer Infrastruktur in die Cloud zu bewegen ist im abgelaufenen Jahr 2022 noch sehr ausgeprägt ausgefallen. Die schwache Wirtschaftslage wird diesen Trend sicher noch unterstützen.

Trotzdem nimmt die Diskussion um Konzepte wie “Souvreign Cloud” und eben “Federated Communication” permanent zu.

Standards-based interoperability will make a comeback

Neuere Protokolle und Ansätze sind in aller Munde. Sie lösen das Dilemma zwischen Ownerschaft und Software as a Service aber nicht. Eine wahrscheinliche Entwicklung in 2023 wird sein, dass Konzepte wie Sovereign Cloud sich auf einem anderen Weg durchsetzen können. Die Trennung von Softwarelizenz und Cloud-Operation beispielsweise wird es IT Abteilungen erlauben, eine Software betreiben zu lassen, aber “Bring your own Storage” oder “Bring your own Database” umzusetzen.


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